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Neues über das globale Dorf

17. März 2008

Robert Basic hat eine interessante Studie über die Nutzung eines Instant Messengers gefunden, genauer : den Microsoft Messenger ( MSN Messenger, Nachfolger : Windows Live Messenger ), und erzählt ein wenig darüber.

Ok, es ist wirklich nicht viel, aber man kann Robert zugute halten, dass er oft genug etwas auschweifender wird, und das ist auch gut so ;D

Die Studie mit dem Titel „Planetary-Scale Views on an Instant-Messaging Network“ stammt von Juni 2007 und wurde im Auftrag von Microsoft Research erstellt.
Jurij Leskovec und Eric Horwitz verarbeiteteten dafür mehr als 30 Milliarden Konversationen zwischen rund 240 Mio. IM-Verbindungen, die im Juni 2006 über den Microsoft Messenger geführt wurden.

Nächsten Monat soll der Bericht auf der 17th International World Wide Web Conference (WWW2008) im alten Peking, das heute Běijīng heisst, vorgestellt werden.

Ich finde die Verbindung Microsoft <> WWW <> China ganz interessant, werde mich dazu aber nicht weiter auslassen .. nö, keine Lust jetzt ;D

Die Studie, auf die mittlerweile auch der Kölner Stadtanzeiger und andere verweisen, habe ich vorhin beim Abendessen mal schnell überflogen, nachdem ich Robert’s Post dazu entdeckte, und dabei schon ein paar sehr interessante „Maps“ gesehen, auf die ich gerne verweisen würde – was bei einem .pdf leider meist etwas schwieriger ist :

einmal Figure 5 auf Seite 7 : erstaunlich viele 100-jährige, die da den MS Messenger benutzen, wahrscheinlich in etwa soviele wie auch bei Myspace zu finden sind ;D

dann Figure 10 auf Seite 12, die fast eine „World Map“ erkennen lässt,

sowie Figure 14 auf Seite 14 : in Saudi Arabien lässt man den Messenger wohl den ganzen Tag laufen, wie mein früherer Mitbewohner das auch machte, selbst wenn er tagelang nicht zu Hause war .. aber mitgezählt wurds trotzdem.

Was Robert und viele andere an der Studie besonders hervorheben, ist die dort scheinbar wieder bewiesene These, dass jeder Mensch auf der Erde jeden anderen über höchstens 6 Ecken kennt : auf englisch nennt man’s „Six degrees of separation„, auf deutsch das „Kleine-WeltPhänomen„.

Laut der Studie ergab sich zwar eine genauere Zahl von 6,6 Personen, sagen wir also ruhig mal 7 Personen, aber das ist ja auch schon Hammer genug – und bestätigt nicht nur den Erfinder der These, Stanley Milgram, sondern auch die Slogans all der Social Web Networks und Online Communities, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind.

Mario Sixtus hat dazu auch schon früher etwas geschrieben, und ich erinnere mich an eine Kolumne aus der Zeit von 1999, in der diese These von den Redakteuren anhand eines konkreten Beispiels bewiesen werden wollte, nämlich der Verbindung über 6 Ecken von einem Berliner Falafelverkäufer zu seinem Idol Marlon Brando.
Zumindest hab ich die gerade im Archiv der Zeit gefunden; eigentlich erinnere ich mich an eine noch frühere Kolumne mit noch mehr Beispielen – aber vielleicht wars ja doch nur die eine ?
Die Autorin dieser Kolumne, Heike Faller, hat übrigens damals auch einen grottenschlechten Artikel über Activeworlds geschrieben, „Die Zukunft ist schon da“, in der sie über ihre Erfahrungen in diesen virtuellen Welten berichtete, und der leider keinen solchen Hype wie den auf „Second Life“ generierte – aber das nur am Rande.
Ich habe sie so um 2001 herum, als ich für das Nikoworld-Projekt arbeitete, mal angerufen, um zu fragen, ob ich ihn ins Netz stellen könne, da er hier nicht zu finden war ist, aus welchem Grund auch immer. Ich erhielt eine sehr kühle Abfuhr, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, denn gerade übers Telefon kann ich oft wirklich Berge bewegen, oder wie das heisst. Na jedenfalls hab ich mich auch dran gehalten, der Artikel ist weiterhin nicht ( über Google ) im Netz zu finden, nur ein paar Zitate daraus fand ich hier und hier.

Grottenschlecht habe ich gesagt, hm – ja, der Artikel liess einiges an Einfühlungsvermögen vermissen, wie aber auch bei vielen „Second Life“-Artikeln späterer virtueller Welten-Reporter .. schnelles Rein- und Raus, mögliche Vorurteile bestätigt, drüber geschrieben, Sold kassiert, und wieder weg.

Oder nochmal Frau Faller, wenn sie z.B. minderjährige InternetUserInnen recht intim interviewt und dann so ganz nebenbei auch noch nach ihren Nicks fragt, wie ich grade fand. Ansonsten ist ihre Schreibe eigentlich ganz gut, aber .. naja.

Ich schweife ab – und mache mal besser Schluss hier, wollte doch die Studie noch weiterlesen ;D

Oh, und ne neue Headergrafik hab ich noch eingebaut hier .. die letzte ( „Der Trick hält Nachtwache“ ) war doch leider etwas sehr dunkel.

Der neue Header zeigt eine Aufnahme aus dem unterirdischen BIC ( Binford Information Center ) in Activeworlds kurz nach der erfolgreichen Landung der STS-114 Mission Shuttle Crew auf der legendären Edwards Airforce Base in der Mojave Wüste am 9.8.2005. Die gesamte Mission wurde damals im BIC von mehreren Membern der BINFORD Corp überwacht.
So, nu aber .. tschö.

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